Wie sorgt der Parasympathikus für Entspannung?

Der Parasympathikus wird in den nächsten Jahren noch richtig Karriere machen, da bin ich mir ganz sicher. In der stressigen Zeit brauchen wir einen guten Freund, der für Erholung sorgt. Der Parasympathikus macht seinem Namen alle Ehre, denn er liegt neben (griechisch para = neben) dem Sympathikus. Während der Sympathikus auf den Körper leistungsfördernd wirkt, fährt der Parasympathikus die Leistung herunter. Wenn der Sympathikus aktiv ist, erhöht sich der Herzschlag und die Atemfrequenz. Übernimmt der Parasympathikus die Regie, funktioniert die Verdauung. Deshalb heißt es, dass oberhalb des Zwerchfells der Sympathikus aktivierend wirkt, unterhalb wirkt der Parasympathikus. Gemeinsam vereint bilden sie das vegetative Nervensystem (VNS). Es heißt vegetativ, weil wir es nicht willentlich steuern können. Es sorgt für das Gleichgewicht (Homöostase) der Organe in unserem Körper und wird als neuronale Stressachse bezeichnet.

Das VNS ist sehr intelligent. Es ist in der Lage, die inneren Organe ganz ohne unser Bewusstsein zu steuern. Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssten den Herzschlag auf körperliche Belastungen einstellen, die Sekretion von Adrenalin anstoßen oder die richtige Atemfrequenz finden. Das alles regelt das VNS ungefragt und lässt unserem Gehirn Raum für kreativere Tätigkeiten. Manchmal wäre es trotzdem wünschenswert, Einfluss auf die beiden sympathischen Kumpane ausüben zu könnten. Wenn sie zum Beispiel nach einem stressigen Arbeitstag im Bett liegen und nicht einschlafen können. Dann wäre es schön, einen direkten Draht zu ihnen zu haben. Dann könnten Sie den Sympathikus zur Ruhe betten und den Parasympathikus aufmuntern. Der Parasympathikus trägt den Namen „Herr der Nacht“. Er entspannt den Organismus, sodass alle Energiereserven während des Schafs aufgefüllt werden können. Wenn Sie morgens erholt aufwachen, dann haben Sie das dem Parasympathikus zu verdanken. Sympathisch oder?

Der Vagusnerv ist der größte und wichtigste Nerv im parasympathischen Geflecht. Auch er macht seinem Namen alle Ehre. Er schweift durch den ganzen Körper wie ein Vagabund (vagari lat. umherschweifen). Als vegetativer Vertreter steuert er die inneren Organe wie Herz, Lunge, Magen und Darm ganz automatisch. Er trägt aber auch motorische und sensible Anteile. Er hilft bei der Steuerung des Kehlkopfes und des Rachens. Außerdem übermittelt er Geschmacksempfindungen aus dem Zungengrund sowie Berührungsempfindungen aus dem Rachen, dem Kehlkopf und von den äußeren Gehörgängen. Der Vagusnerv ist überhaupt ein Tausendsassa, der sich sogar auf die Stimmungslage und Wachheit auswirkt. Das berichten Patienten, deren Vagusnerv äußerlich stimuliert wurde. Eine Vagusnervstimulation wird bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen wie Epilepsie, Depression, Angststörungen und Migräne als mögliche Therapieform eingesetzt, wenn Medikamente nicht ausreichend wirken oder vertragen werden.

Dass unser Lebensstil einen großen Einfluss auf das autonome Nervensystem (ANS) hat, ist seit langem bekannt. Wenn Sie im Dauerstress sind, dann feuert der erregende Nervenstrang (Sympathikus) und der beruhigende Vagusnerv flackert nur noch. Medizinisch ausgedrückt: Der Tonus des Sympathikus ist hoch, der Tonus des Vagus dagegen niedrig. Wäre es da nicht wundervoll, den Tonus direkt beeinflussen zu können? Es gibt einige Methoden, mit denen Sie selbst Ihren Vagusnerv und Parasympathikus stimulieren können. Dazu gehören Yoga und Meditation. Wenn Sie regelmäßig Yoga üben, werden Sie schon bald über Ihrer Lektüre auf dem Sofa einschlummern.

By |2018-08-08T09:06:05+00:00August 18th, 2017|

Über den Autor:

Handelslehrerin, Dipl. Kauffrau, Projektmanagerin (PMI), MBSR- und Yogalehrerin. Mit langjähriger Erfahrung als Führungskraft in internationalen Konzernen. Nach intensiver Stresserfahrung habe ich mich entschieden, Trainings über Achtsamkeit anzubieten. Achtsamkeit hat meine Widerstandskraft gegen Stress nachhaltig gefördert.